Je nachdem was passiert, passiert was.

Performance, 2015

Ein Text steht im Raum. Nicht allein. Das Ich zerfällt als ungehobeltes Leitmotiv, stellt rohe Fragen und rottet sich zusammen zum störrischen Kollektiv.

Eine performative Erforschung im und über das Wechsel-, Zusammen- und Gegenspiel von Bewusstsein, Kontrolle und Selbstbestimmung.
Wie viel Ich bleibt übrig, beim Versuch der gesellschaftlichen Anforderung nach permanenter Selbstverwirklichung gerecht zu werden und was macht man eigentlich mit dem Ich, das schon da war, bevor man es verwirklicht hat?
Ein Raum entsteht nur, um direkt wieder dekonstruiert zu werden, mit Fragen, die neue Räume sind und verstörend schönen Bildern, hinter denen man Türen vermutet.

Mit einem intergenerativen Chor aus Darstellern zwischen 21 und 75 Jahren, zeigt „Je nachdem was passiert, passiert was.“ verschiedene Wege und Perspektiven von Wirklichkeitskonstruktion, die immer wieder durch die Einheitssprache neuronaler Impulse zersetzt werden. Das Hirn, das nur solange Denkorgan ist, wie es mit dem menschlichen Körper verbunden ist, ist gleichermaßen Bestandteil und Hindernis bei der Befragung der eigenen Identität anhand verschiedener Koordinaten: Vielfalt, Hierarchie, Hülle, Moral, Wirtschaftsfaktor, Motivation und Manipulation. Ein Ich beginnt zu rotieren. Je nachdem was passiert…

 

Fotos: Jan Ehlers, Mila Hundertmark